|
In der Folge können Sie hier einige Berichte von Besuchern lesen.
Ein Sommermärchen ...
Zuerst ein herzliches Dankeschön an Frau Äbtissin Veronika, die meiner Ehefrau und mir einen
14-tägigen Arbeitsaufenthalt (Juli 2010) im Benediktinerinnenkloster St. Lazarus in Seedorf zugestimmt hat.
Mit großer Freude haben wir uns auf den langen Weg von Oberfranken/Bayern nach Seedorf begeben. Je näher wir an unser Ziel kamen, desto mehr Fragen stellten sich in unserem Bewusstsein ein. „Wie wird das Leben hinter den gewaltigen Klostermauern und hinter den verschlossenen Klostertüren eigentlich aussehen, was für einen Tagesrhythmus werden wir vorfinden, wie werden die Ordensschwestern uns aufnehmen, zumal wir nicht der römisch-katholischen Kirche angehören, sondern evangelische Christen sind?“
Sehr überrascht waren wir als das Tor der Klostermauer weit geöffnet war. Eine freundliche und liebevolle Ordensschwester hat uns empfangen und willkommen geheißen. Uns ist hörbar ein großer Stein vom Herzen gefallen. Nachdem uns alle notwendigen Räumlichkeiten gezeigt wurden, durften wir unser Gästezimmer beziehen. „Das ist ja ein wunderschönes Kloster, die vielen schönen alten Gemälde in den geschichtsträchtigen Räumen, die breiten Klostergänge, die liebevoll angelegten Gärten, das muss man einmal im Leben gesehen haben“, waren die ersten Worte meiner Frau, denen ich mich voll und ganz anschließen kann.
Vormittags haben wir im Wirtschaftsbereich bzw. im Klostergarten die Ordensschwestern bei ihrer Arbeit unterstützt. Es war ein bunter, liebevoll angelegter Klostergarten, in dem die Gemüsebeete und die dazwischen gepflanzten Blumen ein Bild der Harmonie und eine Augenweide bildeten, die man als Stadtmensch nur selten zu sehen bekommt. Wir haben sehr gerne täglich unsere Arbeiten zusammen mit den Ordensschwestern erfüllt. Dabei hat uns das freundliche, frohe, schlichte und sich selber zurücknehmende Verhalten der Ordensschwestern tief beeindruckt. Die Zeiten der Stille und Besinnlichkeit gaben uns immer wieder neue Kraft und unserer Seele Stärke. Ja, diese Eigenschaften würden wir uns auch gerne außerhalb der Klostermauern wünschen, wo die Gier nach Geld und Macht schier unersättlich scheint.
Der Nachmittag und der Abend standen uns zur freien Verfügung. Auf unseren nachmittäglichen Spaziergängen haben wir die herrliche Bergwelt im Herzen der Schweiz genossen, beobachteten im naturbelassenen Reussdelta eine vielfältige Vogelwelt und ließen unsere Seele baumeln in der Sonne am Strand des Urnersees. Am Wochenende erkundeten wir den Vierwaldstättersee mit dem Schiff und besichtigten die Tellskapelle, Küssnacht am Rigi, das Rütli und die Altstadt von Luzern mit einem Abstecher zum Richard Wagner-Museum in Tribschen.
Abends diskutierten wir mit Herrn Pater Wolfram vom Kloster Münsterschwarzach im Kreis der Gäste über das Leben und den Tod, über die Bedeutung des Lichtes in der katholischen Kirche, über die Unterschiede zwischen der römisch-katholischen, der orthodoxen und der evangelischen Kirche, über die Ökumene, über die Vor- und Nachteile des Zölibats, über die Entwicklung und Entstehung des Nationalsozialismus in unserer Heimat Franken und Bayern, ja über Gott und die Welt wurden Themen erörtert bis spät in die Nacht hinein.
Als nicht katholische Christen konnten wir auch an der Eucharistiefeier teilnehmen, die durch Herrn em. Abt Georg geleitet und durch einen mehrstimmigen Gesang der Ordensschwestern begleitet wurde. Das und die täglichen Chorgebete der Ordensschwestern, die wechselweise von den beiden Chorseiten gesungen wurden, haben uns tief beeindruckt und für uns zu einem unvergessenen Erlebnis gemacht.
Last but not least möchten wir an dieser Stelle der Küche ein besonderes Lob aussprechen. An das ausgezeichnete, abwechslungsreiche und liebevoll zubereitete Frühstück, Mittag- und Abendessen, das wir gemeinsam mit Herrn Abt Georg und den anderen Gästen im Festsaal einnehmen durften, werden wir uns noch sehr lange erinnern.
Unser 14-tägiger Aufenthalt im Kloster St. Lazarus war für uns ein großes Erlebnis, eine Erholung für Körper, Geist und Seele. Gast in einem Kloster zu sein, hat immer damit zu tun, sich auf die Tradition, die Abkehr und die Stille einzulassen und teilzuhaben am Rhythmus des Klosterlebens – an die gleichbleibenden Gebets- und Arbeitszeiten -. Das haben wir von ganzem Herzen sehr gerne getan. Danke für die Gastfreundschaft und die Begleitung eines Stückes unseres Weges um Gott näher zu kommen. Unser Aufenthalt im Kloster St. Lazarus war für uns ein Sommermärchen, das viel zu früh endete.
Herr und Frau Reichert
aus Oberfranken/Bayern
Ich sehnte mich nach einem Ort der Ruhe...
Nach dem Abschied von einem lieben Menschen und vom Beruf, sehnte ich mich nach einem Ort der Ruhe und Neubesinnung und zog mich zehn Tage im Juli 2010 ins Kloster Seedorf zurück.
Ich wurde hier herzlich empfangen und gleich vom ersten Tag an fühlte ich mich hier gut aufgehoben und geborgen. Mein Zimmerfenster gab den Blick frei auf den von Klostermauern umsäumten Hof mit der grossen Linde und dem Brunnen, dessen Plätschern mich in den Schlaf sang.
Nebst der wunderschönen Umgebung rund um den Urnersee, die ich wandernd auskundschaftete und genoss, bot der kleine Garten am Teich eine Oase zum Lesen, Sinnieren und Sein.
Wohltuend empfand ich es, ohne jede Verpflichtung zu den Chorgebeten und Eucharistiefeiern eingeladen zu sein.
Die anregende Tischgemeinschaft mit em. Abt Georg Holzherr und den Gästen half den ruhigen Tagen Struktur zu geben. Die vorzüglichen Mahlzeiten nahmen wir in den schönen Räumen des Klosters ein.
Die Schwestern erlebte ich als sehr offene, zufriedene und fröhliche Frauen, die den Schwierigkeiten des Lebens nicht ausweichen und zu echter Empathie fähig sind.
Danke für diese so wertvollen, erfüllten Tage!
Elisabeth H.
Erholung im Kloster St. Lazarus
Nach einer hektischen Zeit vor und während der Lehrabschlussprüfung genoss ich im Sommer 2010 einige Tage im Kloster St. Lazarus. Die Ruhe, die in den Mauern dieses Klosters herrscht, liess mich in eine andere Welt sinken; eine Welt voller Zufriedenheit und Glück. Selten fühlte ich mich so frei und gelassen, ohne den geringsten Druck zu verspüren, einer Verpflichtung nachzukommen. Ich hatte Zeit zum Nachdenken und Nichtstun – etwas, das ich mir innerlich schon lange ersehnt hatte. Nachdem ich nun im Kloster neue Energie getankt habe, will ich neue Wege in meinem Berufsleben einschlagen. Welche, das weiss ich noch nicht genau. Doch eines ist mir bewusst geworden. Es kommt alles, wie es kommen muss.
Nadia H.
Stille Tage im „Seeblick“
des Klosters St. Lazarus
Meine Lebensbatterie schien auf Sparflamme zu brennen und ich suchte nach einer Möglichkeit, meinen „Akku“ wieder aufzuladen. Ich brauchte dringend mehr oder neue Energie für meine täglichen Pflichten zu Hause wie auch – und vor allem - in meinem Berufsleben als Therapeutin. Irgendwie fand mein Geist keine Ruhe mehr. Das Erledigen der täglichen Verpflichtungen wurde für mich immer mühsamer und energieraubender.
Es kam mir vor, als wäre ich ein Hamster, beide Backen voller Getreidekörner, rennend von Sprosse zu Sprosse auf einem sich drehenden Rad.
Als Therapeutin habe ich gelernt und es auch einige Male schon erfahren dürfen, dass ich Antworten auf Fragen, Klarheit für anstehende Entwicklungsschritte oft in der Stille fand, dass Stille notwendig wurde, um den Kopf leer zu machen, um frischen Wind in meinem Leben Einzug zu gewähren.
Ich musste also raus aus dem Hamsterrad, musste anhalten, innehalten, verschnaufen, zur Ruhe kommen, still werden. Ein idealer Ort für stille Tage ist zweifelsohne ein Kloster.
So habe ich mich entschlossen, ein paar Tage im Benediktinerinnen-Kloster St. Lazarus zu verbringen.
Die Gastschwester – Sr. Martina – teilte mir bei meiner Anfrage am Telefon mit, ich sei herzlich bei ihnen willkommen und dass die „Suite Seeblick“ das beste Zimmer wäre, das Sie mir anbieten könne. Gut so, dachte ich, genau richtig für mich. Ja, zuviel hat sie mir nicht versprochen, wie ich dann erfahren durfte. Und so reiste ich vom Seeland nach Seedorf und wurde äusserst liebevoll und herzlich von den Schwestern des Klosters St. Lazarus empfangen. Von Beginn an spürte ich: an diesem Ort, in diesem Kloster, kann ich auftanken, da kann ich mich gehen lassen, da finde ich die nötige, ersehnte Ruhe.
Im Kloster, so habe ich es erlebt, wird ein anderer Rhythmus gelebt als „draussen“.
Der tägliche Gebetsrhythmus (die Teilnahme ist für Gäste absolut freiwillig) – beginnt mit der Vigil, um 7h30 folgt das Morgenlob, dann die Eucharistiefeier, um 11h das Mittagsgebet und um 17h15 der Vesper (Abendlob). Der Gebetsrhythmus schliesst mit dem Nachtgebet um 19h45. Diese Gebetszeiten geben dem Tag eine wohltuende, bereichernde Struktur und uns Gästen die Möglichkeit, den Schwestern zu begegnen, mit ihnen zu beten und zu singen. Ich habe diese Möglichkeit geschätzt und sie teilweise auch in Anspruch genommen. Es war ein wichtiger Bestandteil für mich, meine innere Ruhe wieder zu finden und bei mir anzu-kommen, nebst den Spaziergängen in einer wunderschönen Natur im Naturschutzgebiet am Urnersee.
Täglich wurden wir – es waren noch zwei weitere Frauen, die sich eine Auszeit im Kloster gönnten – liebevoll umsorgt von „unserer“ Gastschwester Martina und von der Schwester und den Angestellten, die in der Küche tätig waren, kulinarisch überaus verwöhnt.
Ja - im Seeblick, im Kloster St. Lazarus - da hätte ich es lange aushalten können und wie es sich im nachhinein herausstellt, waren 5 Tage der Stille für mich eindeutig zu kurz. Zu schnell holte mich der Alltag wieder ein aber die Erfahrung im Kloster St. Lazarus ist in mei-nen Zellen gespeichert und ich freue mich heute schon auf einen nächsten Aufenthalt im „Seeblick“. Er wird mit Sicherheit mehr als 5 Tage dauern.
Ein herzliches Dankeschön an alle Schwestern für die Möglichkeit, die sie uns Menschen von „draussen“ bieten, ein paar Tage bei und mit ihnen sein zu dürfen.
Ruth Gasser
Vertiefungsarbeit "Das Leben im Kloster"
Ich bin noch in der Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit. Bald stehen die Prüfungen vor der Tür. Im allgemeinbildenden Unterricht bekamen wir den Auftrag, eine Vertiefungsarbeit zu schreiben, welche dann zur Lehrabschlussprüfung zählt. Meine Kollegin und ich entschieden uns für das Thema „ Das Leben im Kloster“.Am 12. 10. 2009 fuhr ich mit dem Auto zum Kloster nach Seedorf. Ich war sehr nervös, weil ich nicht genau wusste was alles auf mich zukam. Doch die Nervosität ging sehr schnell vorbei, als mich die Schwestern vom Kloster St. Lazarus so liebevoll und herzlich aufnahmen.
Die 1 ½ Tage im Kloster waren für mich sehr, sehr interessant. Ich durfte mal eine andere Welt entdecken. Ich hätte nie gedacht, dass hinter so einer grossen Mauer so viel Interessantes, Schönes, Hilfreiches usw. stattfindet. Ich genoss meine Tage im Kloster sehr. Sehr eindrücklich fand ich, dass während den Mahlzeiten nichts gesprochen wird; denn es gibt Tischlesung. Auch die Chorgesänge von den Schwestern fand ich sehr schön.
Als dann am 13. 10. 2009 meine Zeit gekommen war, um mich wieder dem richtigen Alltag zu stellen war ich schon ein bisschen traurig. Die Schwestern waren mir richtig ins Herz gewachsen, und ich wusste auch an diesem Tag, dass ich die Schwestern wieder besuchen gehe.
Vielen Dank noch einmal für den Aufenthalt bei euch. Es war für mich ein neuer Schritt in meinem Leben, auf den ich mit grossem Stolz zurückblicke.
Bianca Tresch, Altdorf
Vom Kollegium eine Woche ins Kloster......
Wir gehen zurzeit am Kollegium St. Fidelis in die 4. Klasse. Im September 2009 hatten wir eine religiös-soziale Woche und so dachten wir, es sei einmal eine gute Gelegenheit um einen Einblick in ein Kloster zu bekommen. Unsere Religionslehrerin empfahl uns in das Kloster St. Lazarus zu gehen, weil schon andere Schüler des Kollegiums gute Erfahrungen mit diesem Kloster gemacht hatten.
Im Kloster wurden wir sehr herzlich von Schwester Maria empfangen. Als erstes zeigte sie uns das Kloster, was wir sehr hilfreich fanden, weil wir uns sonst auf jeden Fall verlaufen hätten. Wir waren sehr beeindruckt von der Grösse des Klosters. Wir fanden es erstaunlich, wie wenige Schwestern in dem Gebäude leben.
Die Fröhlichkeit der Schwestern steckte auch uns an. Die Gebete in der Kirche waren spirituell sehr inspirierend für uns. Neu für uns war, dass die Gebete gesungen wurden. Es war erstaunlich, wie hohe Töne am Morgen in der Kirche erklangen. Auch die meditativen Gespräche mit Schwester Maria waren sehr bereichernd für uns.
Sehr komisch für uns waren die Essenszeiten, bei denen nicht geredet wurde. Beim Mittag- und Nachtessen ist eine Schwester Leserin, so wurden wir zu "Hörenden." Wir waren es gewohnt am Mittag viele Stimmen um uns zu haben. Doch diese Essenszeiten hatten etwas sehr beruhigendes an sich. Die ganze Atmosphäre wirkte sich positiv auf unsere innere Ruhe aus.
Die Mittagspause fanden wir auch sehr entspannend, da wir meistens zum nahe gelegenen See spazierten und dort die Ruhe und das schöne Wetter genossen.
Uns gefiel es auch sehr, Schwester Judith in der Bibliothek zu helfen. Wir hatten viel Freude daran die alten Bücher zu bestaunen und zu katalogisieren. Wir hatten grossen Respekt vor den alten und kostbaren Büchern. Teilweise war es sehr schwierig die lateinischen Sprachen zu entziffern.
Schwester Benedikta im Garten mit den Brombeerstauden zu helfen, bereitete uns grosse Freude. An der frischen Luft unter der warmen Sonne zu arbeiten machte sehr gute Laune.
Die ganze Woche war sehr inspirierend und geistig bereichernd für uns. Es war sehr interessant auch einmal ein Kloster von innen zu sehen und mit Klosterfrauen zusammen den Alltag zu verbringen. Wir sind sehr froh, dass wir diese Erfahrung machen konnten und wir sind wirklich dankbar für die wunderschöne Woche im Kloster. Nach dieser Woche gingen wir mit einer ungekannten Ruhe nach Hause.
Corina Niederberger und Raphaela Eberli
Meine Tage im Kloster …
Kennen Sie das Gefühl, Ihnen fehlt die Kraft, morgens aufzustehen, den Job zu bewältigen, in sinnlosen Meetings nach dem Sinn des Lebens zu Fragen? Mir ist es in diesem Sommer so ergangen. Ich fühlte mich ausgebrannt, kraftlos und leer. Eines war mir klar, ein klassischer Strandurlaub wäre wenig hilfreich. Von einem Kollegen bekam ich den Tipp: „Geh` doch mal ins Kloster!“ Ins Kloster??? Und siehe da, nach dem ich etliche Klöster in Deutschland kontaktiert hatte, diese waren alle ausgebucht, bekam ich den Tipp, im Kloster St. Lazarus in Seedorf/ Schweiz anzurufen.
Prompt meldete sich die freundliche Stimme der Äbtissin Veronika. Sie sagte mir, ich könne sehr gerne kommen. Tja, und zwei Wochen später sass ich im Zug Richtung Seedorf. Meine Gedanken bewegten sich doch etwas unsicher in meinem Kopf. Was erwartet mich? Ist da wirklich das, was ich brauche? Wie komme ich mit dem Klosterleben und den Ordensschwestern aus? Fragen über Fragen…aus diesem Grund fing ich bereits im Zug an, ein Tagebuch zu schreiben. Im Nachhinein sage ich, eine kluge Entscheidung. Noch heute lese ich immer wieder die von mir verfassten Zeilen und tanke Kraft. Angekommen wurde ich so herzlich empfangen, dass ich an der Pforte die ersten Zweifel an der Richtigkeit meiner Entscheidung ablegte. Sofort war in mir ein Gefühl des Wohlempfindens, der Ruhe, ich spürte, hier muss ich keiner Erwartungshaltung entsprechen, hier darf ich sein, wie ich wirklich bin. Die mir Anfangs fremden Gebete wurden für mich schnell zum täglichen Ritual, auf das ich mich immer mehr freute. Die Besinnungsgespräche mit Sr. Rita und Sr. Imelda taten mir so gut und ich kann heute, nach 3 Monaten sagen, bis heute hat der Aufenthalt eine Nachhaltigkeit, wie ich es bisher nicht kannte. Hier treffen Sie auf wunderbare Menschen, die durch ihre Herzlichkeit und ihre Liebe zu Gott von Innen strahlen und für mich ein fester Bestandteil meines Lebens geworden sind. Ich habe angefangen, mir wieder selbst zu vertrauen, zu glauben und auf meine innere Stimme zu hören. Zudem habe ich hier auch viel gelacht, die traumhafte Landschaft genossen und im gemütlichen Gästehaus geschlafen wie ein kleines Kind. Falls Sie sich nun fragen, ob ich noch einmal an diesen Ort zurück kehren würde? Mich hat die Sehnsucht so getrieben, dass ich heute, am 28.11.2009 in meinem Zimmer im Kloster sitze und diese Zeilen schreibe…Frage beantwortet?
Allen Lesern dieser Zeilen wünsche ich von ganzem Herzen das Beste!
Maren Zeidler (glücklich in Seedorf)
.JPG)
Die Entdeckung einer Oase
Mein Leben ist geprägt vom turbulenten, lauten Spitalalltag, verbunden mit Verantwortung für Patienten und unregelmässigen Arbeitszeiten. Daraus wuchs der Wunsch nach einer Rückzugsmöglichkeit an einen Ort mit gänzlich anderen Regeln. Diese Oase habe ich im Kloster Seedorf zweifellos gefunden, gelegen inmitten der ruhigen Urner Bergwelt angrenzend an ein Naturschutzgebiet und beseelt von den gott- und menschenliebenden Benediktinerinnen. Wer bereit ist, sich auf den in Gebets- und Arbeitszeiten strukturierten Klosteralltag einzulassen, entdeckt das wohltuende Geheimnis einer jahrtausendealten Regel. In der Teilnahme an den Chorgebeten – unter gütiger Mithilfe der Ordensschwestern, die gerne und geduldig die Abfolge der Texte und den Aufbau der Gesangsmelodien erklären - entfalten die Psalmen und Eucharistiefeiern ihre ganze Kraft. Bei den Mahlzeiten mit dem Spiritual, em. Abt Georg lässt sich dieser gerne Anekdoten aus seinem reichhaltigen Leben entlocken. Die Gästebibliothek birgt manchen Schatz für ruhige Stunden. Die Mitarbeit im grossen klösterlichen Haushalt öffnet eine neue Perspektive ins benediktinische Alltagsleben. In der Freizeit schliesslich lassen sich die verschiedenen Talente der Nonnen entdecken; da werden wunderbare Bilder gemalt, Messgewänder gewoben, Besinnungswochenenden für Gäste gehalten. Und wer den Hund des Pächters mit der Hauskatze kuscheln und Mitte November die Rosen im Innenhof in schönster Pracht blühen sieht, wird auch für den Klosterneuling der Segen über der Gemeinschaft greifbar. Auf bald!
Erika N., Ärztin
Beitrag von der Gruppe aus Heiligenbronn
Stiftung St.Franziskus, Region Schwarzwald–Baar, Süddeutschland
( Menschen, die in der Behinderten – und Altenarbeit tätig sind )
Sich auf den Weg machen Richtung Süden…..,
die Arbeitswelt und auch die Familie für fünf Tage zurücklassen
und endlich mal Zeit für sich haben.
- An einem Ort sein, umgeben von Wasser, Bergen und einem Himmel der ständig ein neues Wolken - Gesicht zeigt.
- Leben und wohnen in Gebäuden, die Geschichte haben und bewohnt sind von Schwestern, welche eine erdverbundene Freundlichkeit in sich tragen.
- Mahlzeiten einnehmen die dazu einladen, Mahl zu halten,
ideenreich und liebevoll zubereitet und reich im Geschmack.
- Teilhaben können an einer Frömmigkeit, in der die Hingabe an Gott so normal ist wie, der Aufgang der Morgensonne.
- Umgeben sein von einer Bergwelt auf dessen Höhen der Himmel näher ist, es stiller wird und die Erhabenheit der Schöpfung ihr Lied singt.
- Sich selber neu finden, zusammen mit anderen, die noch nicht fertig sind mit dem Leben, sich in offene Haltungen einüben für ein dichteres, lebenswerteres Leben.
Stimmen aus der Gruppe:
„Es tut so gut, die Füße unter den Tisch zu strecken und nicht überlegen zu müssen, was muss ich kochen… Ein ganz großes Lob an die Küche und herzlichen Dank.“ Simone
„Herzlichen Dank für die erlebten Tage in dieser wunderbaren Gemeinschaft in diesem besonderen Kloster.“ Tanja
„Es war rundum eine gesegnete Zeit“ Waltraud
„Es ist überwältigend in der herrlichen Natur zu sein und so die Größe Gottes zu erfahren“ Anita
Ein Platz an der Sonne …….
Sicher denkt man jetzt, dass ich einen Ferienbericht von einem schönen Strand mit Sand, Palmen, Meereslandschaft und mit viel Sonne berichte.
Von viel Sonne, kann ich erzählen, obwohl dieser Tag bewölkt war und uns die Sonne nur ab und zu begrüsste. Ja, einen wahrhaftigen Platz an der Sonne durften ich und meine Tochter Yaradahla für einen Tag im Kloster Sankt Lazarus in Seedorf erleben.
Am Morgen reisten wir mit dem Zug an. Schon der Anblick vom schönen Kloster mit seiner Kirche, Glockenturm, Haupthaus und Nebengebäuden erfüllten uns mit viel Vorfreude. Angekommen bei der Pforte, durfte Yaradahla an der schönen alten Glocke ziehen. Als die Türe sich öffnete und wir herzlich von der Äbtissin Veronika begrüsst wurden, spürten wir, dass wir in eine andere Welt abtauchen würden. Schon nur im Kloster herumgeführt zu werden, war ein Erlebnis. Diese Ruhe und kraftvolle Energie ist in jeder Ecke zu spüren. Die schönen, gepflegten Räume mit den geschichtsträchtigen Bildern an den Wänden, die Schnitzereien, die alten währschaften Treppen lassen einem sofort den alt bekannten Satz,
„wenn Wände erzählen könnten………“, einfallen“
Kurz darauf wurden wir von Schwester Rita und Schwester Imelda herzlich begrüsst. Wir freuten uns sehr über das Wiedersehen. Zuvor sind wir Schwester Rita und Schwester Imelda in ihren Ferien im Wallis begegnet.
Wir gingen gemeinsam in die Küche, resp. eine Küche und eine Backstube.
Schwester Imelda hatte Ihren Backtag und so kam es, dass Yaradahla tatkräftig mithelfen durfte. 12 Kilo Mehl wurden zu einem Brotteig verarbeitet. Hei, war dass ein herrlicher Anblick solch eines Riesenteiges! Schwester Imelda feuerte so richtig den Holzofen ein, damit das feine Brot am Nachmittag gebacken werden konnte.
Gleichzeitig war schon ein Teig bereit gemacht zum Vogelnestli backen.
Es war beeindruckend, den emsigen Händen zuzuschauen.

Um 11.00 h gingen wir zum Mittagsgebet. Wir durften zu den Schwestern in den Chor, auf die Empore. Yaradahla genoss jede Sekunde von diesem Erlebnis. Tief beeindruckt, von der Natürlichkeit der Liebe zu Gott, die man in diesem Gebet erfahren durfte, erzählt Yaradahla immer wieder davon. Das Gebet war Balsam für meine Seele.
Das Innehalten, sich Gott zuwenden, tat gut.
Anschliessend durften wir mit weiteren Gästen in einem wunderschönen Raum zu Mittag essen.
Nach dem Mittagessen gingen wir zurück zur Küche. Yaradahla durfte mit Schwester Imelda weiter backen. Inzwischen ist der Brotteig zu einem Riesen gewachsen.
Ich verbrachte den Nachmittag mit Schwester Rita.
Ich durfte einen Einblick in das „Gästehaus“ haben mit den schönen Zimmern zum Übernachten, den Seminarräumen, der Internetecke, der ehemaligen Hauswirtschaftsschulküche usw.
Das Kloster bietet viele spirituelle Möglichkeiten. Eine wirkliche Oase des Friedens und des Schaffens.
An diesem Nachmittag durften Yradahla und ich viele weitere Eindrücke sammeln. Von den freiwilligen Helfern, von der Herzlichkeit und Grosszügigkeit der Schwestern, von der Arbeit im und um das Kloster. Man erfährt mit der Zeit, dass jede Schwester ihre Aufgabe und Stärken hat. Man spürt den Zusammenhalt untereinander. Viel Arbeit muss getan werden. Vieles wird selbst gemacht, nur in dieser kurzen Zeit, wurden mehrere Kilo Brote und Guetzli gebacken, Konfitüre eingekocht, Yogurth gemacht, die feinen Spätzli zum Mittagessen natürlich selbstgemacht, auf einer Treppe stand ein Glas mit Blüten, eingelegt in Öl usw…. und dies war nur der Küchenbereich. Immer wieder sah man eine Schwester hier und dort arbeiten. An der Pforte hat es immer wieder mal geläutet, alle wurden empfangen gleich welches Anliegen sie hatten.
Yaradahla und ich hatten viele Fragen, jede Frage wurde beantwortet mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit.
Ora et labora ist zu lesen auf dem Prospekt des Klosters Sankt Lazarus. Dies ist nicht nur ein Satz der da steht, diese Worte werden im Kloster Sankt Lazarus mit jeder Faser von den Schwestern gelebt.
Zufrieden traten wir am späten Nachmittag mit ein bisschen Wehmut im Herzen die Heimreise an. Wir wären gerne noch geblieben. Ein grosser Dank aus tiefstem Herzen gebührt dem Kloster Sankt Lazarus, allen Schwestern die dort leben und gelebt haben. Vielen Dank Schwester Rita und Schwester Imelda für die Zeit und die Kraft, die Ihr uns geschenkt habt. Vielen Dank für die Brote, Guetzli und die Mahlzeit. Danke für die feinen Kräuter aus Eurem eigenen Kräutergarten.
Vielen Dank für den Platz an der Sonne………………………………
Yaradahla und Brisca
Bericht von Ruth Hengartner
Meine Auszeit im Kloster
2003 konnte ich mir endlich den langersehnten Wunsch erfüllen: eine Auszeit im Kloster! Ursprünglich wollte ich verschiedene Klöster kennenlernen.
Jetzt aber ist meine Woche im Kloster Seedorf wie ein „Heimkommen“.
Einige Tage zuvor hatte ich noch immer Bedenken; halte ich die Stille, das Alleinsein – besonders am Abend – aus? Kann ich mit den Schwestern über dieses und jenes Thema diskutieren?
Kann ich den Schwestern im Garten usw. Arbeiten erledigen und mithelfen? Bereits am ersten Abend sind all meine Sorgen weggeblasen, ich fühle mich wohl und geborgen. Das herzliche Willkomm der Schwestern, das Gebet, die Blumen im Zimmer, das feine, gesunde und einfache Essen sind beeindruckend, auch das Wetter spielt mit, einfach wunderschön!
Ich geniesse meine Auszeit am meisten, weil ich nichts tun muss: alles was ich mache, ist freiwillig. Ich trage keine Verantwortung, bin nur ein kleines Teilchen in dieser Gemeinschaft.
Während des Stundengebetes kann ich meine Anliegen vor Gott bringen, mich tragen lassen von den beruhigenden Chorgesängen der Schwestern. Ich kann und darf ganz bei mir sein.
MeinTagesablauf ist ganz anders als zuhause: Laudes, Eucharistiefeier, Terz, Arbeitseinsatz, Hore, Mittagessen, dann ein Marsch oder eine Velofahrt mit einer Schwester, super! Nachher helfe ich wieder einer dankbaren Schwester und freue mich auf die Ruhepause in der Vesper.
Manchmal kann ich nach dem Znacht mit einer Schwester plaudern oder werde in die Rekreation eingeladen. Nach der Komplet geniesse ich die Ruhe auf einer Bank im "Frieden“ (so heisst der Platz wo ein winzig kleiner Teich ist, und zum Areal des Klosters gehört). Nur das Vogelgezwitscher und Froschgequake wecken mich aus den Träumereien. Wunderschön!
Während meiner Woche „Kloster auf Zeit“ schätze ich besonders das Stillschweigen während der Mahlzeiten im Refektorium (Speisesaal). Zu hause in der Familie wäre ein gemeinsames Essen in absolutem Stilschweigen sicher ein negatives Zeichen.
Der Hl. Benedikt schreibt in seiner Regel: „Beim Tisch der Brüder (Schwestern) darf die Lesung nicht fehlen“ (RB 38,1) und „es herrsche tiefstes Stillschweigen, man höre kein Flüstern und kein Wort, ausser die eine Stimme des Lesers“ (RB 38,5). Nach dem gemeinsamen Tischgebet setzten wir uns. Die Vorleserin der Woche liest Aktuelles aus der Tageszeitung, aus einem Buch z.B. von Lotti Latrous oder im Paulusjahr über das Leben und Wirken des Hl. Paulus. Ein Abschnitt aus der Regel des Hl. Benedikt wird zum Abschluss des Mittagessens vorgelesen. An Fest- oder Namenstagen hörten wir auch Musik, je nach Wunsch der Schwestern.
Jedes Jahr kehre ich befriedigt, gelassen und voll aufgetankt in meinen Alltag zurück.
Eine Wellness – Woche für die Seele!
Die grösste Offenbarung ist die Stille.(Laotse)
Bericht von Brigitte und Ingo Heinen, Deutschland
Gottes Geist weht wo er will……………………
wir lernten Sr. Imelda und Sr. Daniela während des WJT 2005 kennen – sie waren als Pilger unsere Gäste im schönen Leichlingen – einer Kleinstadt zum Erzbistum Köln gehörend.
Mit ihren offenen und unkomplizierten Wesen brachten sie uns ihre Eindrücke vom WJT aus Köln zu uns nach Leichlingen – wir saßen abends noch lange zusammen und sie ließen uns an ihren Erlebnissen teilnehmen.
Aus dieser Sympathie ist eine sehr schöne Freundschaft entstanden – getragen vom gegenseitigen Gebet – von persönlichen Briefen und gesegnet vom Geist Gottes.
Einer Einladung der Schwestern konnten wir im Sommer 2007 folgen und durften die Gastfreundschaft aller Schwestern und Äbtissin Veronika kennen lernen.
Zum Chorgebet und Gottesdienst wurde ich wie selbstverständlich eingeladen, was ich auch gerne annahm und dies war für mich schon ein besonderes Erlebnis. Trotz ihres eng strukturierten Tagesablaufes haben sich die Schwestern Zeit für uns genommen und konnten uns so auch ihr Kloster näherbringen – sehr beeindruckend die liturgischen Gewänder, die von einer Schwester
entworfen und hergestellt werden.
Mit leckerem Essen wurden wir verwöhnt und mit Abt Georg schmeckte es noch mal so gut – er war ein angenehmer und vergnüglicher Tischnachbar.
Die Regel des hl. Benedikt: „Das in allem Gott verherrlicht werde“ – dies ist zu spüren, wenn man die offenen, zuvorkommenden, liebevollen und fröhlichen Schwestern kennen lernt und sie uns ihre Gebete zusichern – hierfür vielen Dank.
So möchten wir allen 16 Schwestern unsere allerherzlichsten Glückwünsche für ihr Jubiläum senden und den Schwestern auch weiterhin unser Mitbeten zusichern. Gottes Segen für ihr weiteres Wirken, denn Gottes Geist weht wo er will……und ganz bestimmt im Kloster St. Lazarus bei den 16 Benediktinerinnen.
Viele liebe Grüße aus dem schönen Rheinland
Brigitte und Ingo Heinen
Bericht von Marie Louise Gamma und Heide Vogel
Ferien im Benediktinerinnenkloster Sankt Lazarus in Seedorf
Das Benediktinerinnenkloster Sankt Lazarus in Seedorf liegt mitten in der Natur, umgeben von Feldern und Wanderwegen, in einer phantastischen Berg und Seenkulisse. Es öffnet seine Pforten auch den Menschen, welche abseits von Stress und den Sorgen des Alltags, Ruhe und Erholung suchen.
Auch wir durften während einige Tage als Gäste bei den liebenswürdigen Benediktinerinnen verbringen. Sie leben hier nach den Regeln und Grundsätzen des heiligen Benedikts und verbringen ihren geordneten Tag mit Gebet und vielfältigen Arbeiten im Haus und im Garten. Die Stille im Kloster und die immer wieder kehrenden Begegnungen und Gespräche mit den Klosterfrauen waren eine wirkliche Bereicherung. Wir waren eigenständig und doch in den Klosteralltag eingebunden. Es wurde uns auch ermöglicht an den Gebetszeiten in der schönen Klosterkirche teilzunehmen. Die Klosterküche bot uns eine Vollverpflegung und verwöhnte uns mit frischen Gerichten und Naturprodukten. Ein freundlich eingerichtetes Gästezimmer bot uns Möglichkeit zum Rückzug.
In Sankt Lazarus waren wir als willkommene Gäste in einer menschlich wohltuenden Atmosphäre und kehrten gestärkt in den Alltag zurück.
Wir bedanken uns ganz herzlich für diese schöne Zeit.
Marie Louise Gamma, Abfrutt
Heide Vogel, Zollikerberg
Bericht von Anna-Marie Rinderer
Wie lernte ich das Kloster St. Lazarus kennen?
PAX!
1997 war ich im Muotathal im Kloster St. Josef und half dort bei der Arbeit und beim Gebet.
Eines Tages durfte ich eine Schwester vom Muotathal ins Kloster nach Seedorf fahren.
Als wir an der Pforte von Sr. Martha herzlich empfangen wurden, spürte ich, dass hier hinter diesen Klostermauern ein guter Geist wirkt.
Zurück im Muotathal schrieb ich der damaligen Mutter Äbtissin Josefa einen Brief mit der Bitte, eine Woche Ferien machen zu dürfen, die ich postwendend erhielt. In jener Ferienwoche lernte ich die Gastfreundschaft, das gute Essen, die Liebenswürdigkeit aller Schwestern und ganz besonders das Mitbeten und -Singen bei den Benediktinerinnen kennen.
Ich entschloss mich ab Frühling 1998 zwei bis drei Tage die Woche mit den Schwestern zu arbeiten und zu beten. Das machte ich etwa fünf Jahre lang.
Ende 2000 wurde ich Oblatin
bei den Missionsbenediktinern im Kloster St. Otmarsberg in Uznach.
Dieses Kloster liegt nahe bei meinem Wohnort, so helfe ich dort mit bei verschiedenen Arbeiten.
Trotzdem komme ich auch heute noch gerne ins Kloster St. Lazarus.
Es ist für mich wie ein nach Hause kommen.

Anna-Marie Rinderer
Bericht von Frau Gabriela Hüppi
Mein Name ist Gabriela Hüppi, ich bin 45 Jahre alt, allein erziehende Mutter meines 15 jährigen Sohnes Raffael und arbeite als Verkaufsleiterin in einem Verlag.
Wie kam ich überhaupt dazu, ins Kloster zu gehen? In der Weihnachtszeit vor fünf Jahren wurde mir einfach alles zuviel: zu viele Geschenke, zu viele Erwartungen, zu viel Konsum. Ich musste mich diesem Druck einfach mal entziehen. Da mein Sohn die Feiertage mit seinem Patenonkel verbringen wollte, hatte ich plötzlich mal freie Zeit und konnte mir Gedanken machen, wo und wie ich denn nun meine Ruhe finden könnte. Angebote gab es viele, aber nirgends konnte ich die Ruhe "spüren". Schlussendlich stand für mich die Auswahl entweder für ein paar Tage in die Berge zu fahren oder ein Ort der Ruhe, ein Kloster. Ich wollte einfach mal für ein paar Tage nichts leisten müssen, mich ausruhen, mich nicht profilieren müssen... So bin ich auf das Benediktinerinnen Kloster in Seedorf gekommen.
Die ersten zwei Tage brauchte ich, um herunterzufahren, um mich von den Zwängen zu lösen. Am dritten Tag kamen dann endlich meine Gefühle hoch. Ich war unheimlich traurig und durfte diese Gefühle ausleben, ohne dass ich mich von aussen abgelenkt fühlte oder dass mich jemand deswegen bewertete. Nach fünf Tagen erlebte ich eine innere Ruhe und Zufriedenheit die ich in meinem Leben bisher noch nie verspürt hatte. Endlich war ich angekommen! Obwohl ich dem christlichen Glauben sehr kritisch gegenüberstehe, ist für mich das Kloster mit seinen Bewohnerinnen eine Oase, es ist meine Heimat geworden. Im Kloster kann ich "ich" sein. Ich erlebe keine Wertungen, keine Einstufungen, es wird keine Leistung erwartet, weder geistig noch körperlich. Ich kann schlicht und einfach Mensch sein und authentisch sein. Das mag nun etwas komisch tönen, aber genau das kann man oft im "normalen" Leben nicht. Der Druck von aussen ist gross. Ständig wird man bewertet, muss allem und allen gerecht werden: als Eltern, als MitarbeiterIn, als KollegIn, in der Gesellschaft. Die Persönlichkeit hat nur beschränkt Platz, weil man überall etwas darstellen muss, "gut" sein und entsprechend aussehen... Im Kloster hingegen kann man sich selber sein, ehrlich, offen und kongruent. Es ist für mich eigentlich wie ein Sperrgebiet in einem Krieg: wenn ich im Kloster bin, fühle ich mich unantastbar. Dort geht es nicht um Titel, um Aussehen, um Macht - sondern um die Seele.
Ich gehe immer wieder für ein paar Tage ins Kloster, wenn ich es mir einrichten kann. Es ist jedesmal wieder ein nach Hause kommen, ich werde aufgefangen, ohne dass mir jemand zu nahe kommt. Ich darf mich anschliessen. Wenn ich will finde ich immer ein offenes Ohr. Und wenn ich nach Hause gehe, bin ich wieder frei von Zwängen, von Unsicherheiten, die Angst ist in den Hintergrund getreten. Dies hält eigentlich fast ewig an, denn ich weiss, dass dieser Platz immer da ist für mich. Ich darf jederzeit als Mensch hingehen, werde willkommen geheissen und akzeptiert...
%20von%20_DSC1548b.jpg)
Im Kloster muss ich nicht brillieren.
Einem Plan zu folgen ist einfacher, als still zu werden.
Gabriela Hüppi
Bericht von Frau Curty
Ich habe im Februar 2009 während einer Woche eine Auszeit im Benediktinerinnen-Kloster in Seedorf erlebt.
Benediktinische Spiritualität ist eine Spiritualität, die die Zeit mit dem Wissen um die Gegenwart Gottes füllt.
Die benediktinische Spiritualität hat mich sehr angesprochen und auch beeindruckt.
Die Tageszeitengebete rhythmisieren den Tag. In den Gebetszeiten werden v.a. Psalmen gesungene und Bibeltexte gelesen. Vieles wird durch das Beten mit dem Körper unterstützt und so auch ganzheitlich verdeutlicht. Täglich findet die Eucharistiefeier statt, zu der ich auch als Reformierte herzlich eingeladen war.
Ich habe die Zeit im Kloster sehr genossen. Die Gastfreundschaft, die respektvolle, freundliche und fröhliche Aufnahme und die Begegnungen mit den Schwestern waren sehr wohltuend – pure Wellness für Leib, Seele und Geist.
Die Tagesstruktur durch Gebetszeiten, Gespräche mit meiner Begleiterin und die Essenszeiten erleichterten das innerliche Ankommen und Einleben und dann konnte ich auch die ’stille Zeit’ immer mehr geniessen und ’auskosten’.
Das Kloster trägt den Namen St. Lazarus. Da lag es nahe, dass einer der Haupttexte, die mich beschäftigten und auch ermutigten, der Text in Joh. 11 war. Christus hat den Überblick über die Gesamtsituation, er weiss was er tun wird und er ruft zurück ins Leben, zurück in seine Nähe, denn er selbst ist die Auferstehung und das Leben.
Ich wurde reich gesegnet in dieser Zeit und habe viele Aspekte der benediktinischen Lebensweise erfahren und erlebt: ora et labora (da konnte ich zwar eher nur zusehen) und lectio divina, Gastfreundschaft, Mass halten, Fröhlichkeit, dem anderem mit Respekt begegnen, du begegnest Christus in ihm, geniessen, den Frieden suchen.
Mit grosser Dankbarkeit schaue ich auf diese Tage zurück.
Karin Curty-Grösser, reformierte Diakonin, Dozentin und Supervisorin, Basel
|